Der Ablauf einer Retoure
- 01Annahme — die Rücksendung geht im Lager ein
- 02Zuordnung — Paket wird über Retourenschein oder Sendungsnummer dem Auftrag zugewiesen
- 03Prüfung — Vollständigkeit, Zustand, Originalverpackung
- 04Entscheidung — verkaufsfähig, aufbereitbar oder Ausschuss
- 05Rückführung — verkaufsfähige Ware wird wieder eingelagert und ist sofort verfügbar
- 06Rückmeldung — Status geht an Shop oder Marktplatz, damit die Erstattung ausgelöst werden kann
Der entscheidende Schritt ist Nummer 5: Je schneller geprüfte Ware zurück in den Bestand geht, desto weniger Kapital liegt ungenutzt herum.
Prüfung ist Bewertungsarbeit
Nicht jede Rücksendung ist gleich. Üblich ist eine Einteilung in:
- ▸A-Ware — unbenutzt und vollständig, geht direkt zurück in den Verkauf
- ▸B-Ware — Verpackung beschädigt oder leichte Gebrauchsspuren, verkäuflich mit Hinweis
- ▸Ausschuss — beschädigt, unvollständig oder aus hygienischen Gründen nicht wieder verkäuflich
Bei Kosmetik und Nutrition ist der Spielraum klein: Geöffnete Ware ist in der Regel Ausschuss, unabhängig vom optischen Zustand.
Wo die Quote wirklich sinkt
Retouren entstehen nicht im Lager, sondern vor dem Kauf. Die wirksamsten Hebel liegen im Shop:
Erwartung treffen. Präzise Maße, echte Produktfotos, Materialangaben und — bei Mode — eine Größentabelle, die zur tatsächlichen Passform passt.
Transportschäden vermeiden. Ein Teil der Retouren ist schlicht schlechte Verpackung, siehe Pick & Pack.
Ursachen erfassen. Retourengründe systematisch mitschreiben. Wenn ein Artikel auffällig häufig wegen „zu klein" zurückkommt, ist das kein Logistikproblem, sondern eine Produktbeschreibung, die sich korrigieren lässt.
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