Was eine Charge ist
Eine Charge (englisch: Batch oder Lot) ist eine Warenmenge, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde: gleiche Rohstoffe, gleiche Anlage, gleicher Zeitraum. Sie trägt eine Chargennummer, die auf dem Produkt und in den Lieferpapieren steht.
Im Lager wird diese Nummer beim Wareneingang erfasst und bleibt am Bestand hängen. Beim Versand wird mitgeschrieben, welche Charge in welchen Auftrag gegangen ist. Genau diese Verbindung ist die Chargenverfolgung.
Warum das im Ernstfall den Unterschied macht
Angenommen, ein Rohstofflieferant meldet ein Problem für eine bestimmte Produktionswoche.
Ohne Chargenverfolgung weißt du nur, dass das betroffene Produkt bei dir liegt — aber nicht, welche Einheiten aus der betroffenen Produktion stammen und an wen sie gingen. Die Folge ist ein pauschaler Rückruf über den gesamten Artikel.
Mit Chargenverfolgung filterst du exakt die betroffene Chargennummer, siehst den verbliebenen Lagerbestand und die Aufträge, in denen sie versendet wurde. Der Rückruf trifft nur die tatsächlich betroffenen Kund:innen.
Zusammenspiel mit MHD und FEFO
Chargen tragen fast immer auch ein MHD. Deshalb gehören Chargenführung und FEFO zusammen: Die Charge liefert die Rückverfolgbarkeit, FEFO sorgt dafür, dass die Ware mit dem kürzesten Restdatum zuerst rausgeht.
Praxis-Tipp: Kläre vor der ersten Anlieferung, ob dein Lager chargenrein einlagert oder Chargen auf einem Lagerplatz mischt. Chargenreine Plätze machen die Verfolgung eindeutig und ersparen später aufwendige Recherche.
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