Wie FEFO funktioniert
Bei FEFO entscheidet nicht das Einlagerungsdatum über die Reihenfolge, sondern das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das WMS sortiert den verfügbaren Bestand nach Restlaufzeit und schickt die Kommissionierung gezielt zu dem Lagerplatz mit dem frühesten Datum.
Voraussetzung ist, dass das MHD überhaupt erfasst ist — beim Wareneingang, meist zusammen mit der Chargennummer. Ohne diese Daten kann kein System nach Ablauf sortieren.
Warum FIFO hier nicht reicht
FIFO geht davon aus, dass zuerst gelieferte Ware auch zuerst abläuft. Das stimmt aber nur, wenn jede Lieferung dieselbe Restlaufzeit mitbringt.
Ein Beispiel: Im Januar kommt eine Charge mit MHD Dezember. Im Februar kommt eine Nachlieferung mit MHD August — kürzere Restlaufzeit, weil sie aus einer älteren Produktion stammt. FIFO würde die Januar-Ware zuerst rausschicken und die August-Charge liegen lassen, bis sie nicht mehr verkäuflich ist. FEFO greift die August-Charge zuerst.
Was FEFO in der Praxis verhindert
- ▸Abschreibungen, weil Ware im Lager abläuft
- ▸Reklamationen, weil Kund:innen Produkte mit sehr kurzer Restlaufzeit erhalten
- ▸Ärger auf Marktplätzen, die Mindest-Restlaufzeiten vorgeben
- ▸Blindflug im Bestand, weil niemand weiß, wie viel Ware demnächst kippt
Praxis-Tipp: Lass dir eine Übersicht der Bestände nach Restlaufzeit geben. Ware, die in wenigen Monaten abläuft, lässt sich als Aktion oder Bundle noch sinnvoll verkaufen — abgeschrieben ist sie nur Verlust.
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