Das Prinzip in einem Satz
Der älteste Bestand geht zuerst raus. Das WMS merkt sich beim Wareneingang, wann welche Menge eingelagert wurde, und steuert die Kommissionierung entsprechend zum ältesten Lagerplatz.
Warum das mehr ist als Ordnungsliebe
Ohne FIFO greift die Kommissionierung immer dort zu, wo es am bequemsten ist — vorne. Ware, die weiter hinten steht, bleibt liegen. Nach einigen Monaten hast du einen Bodensatz an Beständen, der zwar buchhalterisch existiert, aber praktisch unverkäuflich geworden ist: verstaubte Verpackungen, verblasste Etiketten, Kollektionen aus der letzten Saison.
Besonders spürbar ist das bei Mode und saisonalen Artikeln, wo der Wert einer Einheit nicht durch Ablauf, sondern durch Zeit sinkt.
Wo FIFO an seine Grenze kommt
FIFO unterstellt, dass ältere Ware auch früher ihre Verkäuflichkeit verliert. Sobald ein Mindesthaltbarkeitsdatum im Spiel ist, stimmt diese Annahme nicht mehr zuverlässig — eine später gelieferte Charge kann früher ablaufen. Dann ist FEFO das richtige Prinzip.
Eine einfache Zuordnung:
- ▸Ohne Ablaufdatum, aber alterungsanfällig → FIFO
- ▸Mit MHD oder Verfallsdatum → FEFO
- ▸Vollkommen unempfindliche Ware → beides unkritisch, FIFO bleibt trotzdem die sauberere Grundlage für Inventur und Bewertung
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